
Feldkirch (HT) Mit dem Besuch im Letzehof landete die Seniorengruppe ALTER-nativ einen Programmvolltreffer. Wer dabei war, nahm tiefe Eindrücke von der zweistündigen Begegnung mit dem Leiter des Zentrums, Dipl.-Ing. Helmut Gaßner, mit.
Betritt man den Versammlungsraum des Buddhistischen Zentrums, öffnet sich eine andere Welt, die sich nicht leicht erschließt, es sei denn, man wird so geduldig, freundlich, verständlich und kompetent eingeführt wie durch Helmut Gaßner, der die tibetische Sprache beherrscht und seit 20 Jahren für bedeutende Lamas dolmetscht. Auf seine Initiative hin siedelten sich am Feldkircher Letzehof buddhistische Mönche an, die zurückgezogen ohne jegliche Missionsarbeit ihre Religion leben. Belehrt wird nur, wer sich aus Wissensdurst ehrlich dafür interessiert. Und das werden immer mehr. Für Gaßner ist das eines der Merkmale der wahren Meister. Seit vier Jahren lebt hier die Inkarnation - Wiedergeburt - des Lehrers des Dalai-Lama, ein 18-Jähriger. Seine Anwesenheit zieht Besucher aus aller Welt an.
Parallelen
Oberste Verhaltensregel des Buddhisten ist, keinem Wesen ein Leid anzutun. „Jede Philosophie oder Religion, die diesen Menschentyp erzeugt, erfüllt ihren Zweck", informierte Gaßner die Besucher und hält daher jeglichen allein selig machenden Anspruch für nicht zielführend. In den Schriften Buddhas sind nicht nur die Ursachen für das Leid in der Welt sehr konkret aufgelistet, sondern auch Strategien dagegen. Dabei gibt es durchaus Parallelen zum Christentum, aber ebenso klare Unterschiede. Der Leiter des Zentrums erklärte das mönchische Leben, das Wesen des Geistes, die Stadien des Sterbens, den Sinn des Meditierens, die Art des Studierens - ein Lernender muss den Text erst auswendig können, bevor er dem Meister eine Frage daraus stellen darf. Alle Besucher empfanden den Gedankenaustausch als bereichernd, weil manches vom Gehörten in das eigene Leben integriert werden kann.
Beruhigend für einige war die Einsicht, dass von hier aus keinerlei Gefahr für etablierte Religionsgemeinschaften ausgeht. Das Klima völliger Toleranz und Wertschätzung jeder ernsten Meinung beeindruckte sichtlich.
Zu Gast im tibetanischen Kloster Aus dem Jahresbericht 2000/2001 des PORG Volders, Tirol
Wir, die Wahlpflichtfachgruppe Philosophie der 8. Klassen, besuchten gemeinsam mit unserem Prof. Thomas Perkmann zwei Tage das tibetanisch - buddhistische Kloster Tashi Rabten in Feldkirch. Dort konnten wir Einblicke in die östliche Philosophie gewinnen. Wir lernten die Auffassungen der vier philosophischen Schulen des Buddhismus auf dem Hintergrund buddhistischer Dialektik kennen. In einem mehrstündigen Gespräch mit dem buddhistischen Meister Gesche Thubten Trinley lernten wir die buddhistischen Zusammenhänge von Wirklichkeit und Erscheinung kennen, diskutierten ausgiebig über den Kreislauf des bedingten Daseins und über viele unserer Fragen. In diesen zwei sehr intensiven Tagen der Begegnung wurden für uns Unterschiede und Zusammenhänge zwischen östlicher und abendländischer Philosophie deutlich. Ganz besonders beeindruckt waren wir von der tiefen Gastfreundschaft und Offenheit der ständig im Kloster lebenden tibetanischen Mönche.
Anja, Azucena, Caroline, Clemens, Hubert, Matthias, Sabine, Thomas E., Thomas P., Stefanie
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