Gonsar Rinpotsche

Buddhismus

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Buddhismus

Gonsar Rinpotsche

ISBN: 978-3-905497-25-0

Einleitung von Gesche Rabten:

Buddhismus ist weder eine eigenartige Tradition gewisser fremder Länder noch ein Mittel, um persönlichen Verantwortungen zu entfliehen, noch eine Sammlung trockener Worte in Büchern und Büchereien. Obwohl solche Meinungen heutzutage weit verbreitet sind, treffen sie nicht die tatsächliche Bedeutung des Buddhismus. Versuchen wir dieses Mißverständnis zu klären.

Grundlegende Ziele

Ob Mensch oder Tier, alle Lebewesen in dieser Welt streben ständig nach den gleichen grundlegenden Zielen: dem Erreichen von Glück und der Beseitigung von Leid. Meistens nehmen wir unsere Tätigkeiten wie die der andern jedoch so selbstverständlich, dass uns diese Tatsachen gar nicht bewusst werden. Obwohl wir unser ganzes Leben lang nach diesen Zielen streben, scheint es uns nie gegönnt, sie ganz zu erreichen. Das wirkliche, dauernde Glück, das wir suchen, entgeht uns ständig, und an seiner Stelle bleibt in der Tiefe unseres Bewusstseins ein ständiges Leid. Auf unserer Suche nach Erfüllung bauen wir Straßen, Schulen, Spitäler usw., was uns wohl eine vorübergehende Erleichterung und Zufriedenheit gewährt, die Wurzeln körperlichen und geistigen Leids jedoch nicht beseitigen kann. Wir beobachten im Gegenteil ein ständiges Ansteigen geistiger Unrast mit fortschreitender Technologie. Warum, ganz im Widerspruch zu unseren so gewaltigen Anstrengungen, ist dies der Fall? Deutet es darauf hin, dass unsere Bemühungen nicht am richtigen Ort eingesetzt wurden?

Die Ursache

Im allgemeinen halten wir Umstände in der Außenwelt für die Ursachen unserer Probleme und suchen sie deshalb zu beeinflussen und zu überwinden. Natürlich wird niemand verneinen, dass äußere Umstände auf unser Leben einwirken und uns Leid verursachen. Erkennen wir jedoch, dass die Wurzel unserer Probleme tief in unserem eigenen Bewusstsein liegt und die äußeren Situationen nur beitragende Umstände sind, wird uns deutlich, dass wir durch Änderungen der Außenwelt allein nie zufriedenstellende Lösungen finden können. Aber was in uns verursacht ständig Leid? Es ist Eigenliebe, die Hochschätzung seiner selbst unter Geringschätzung der andern, was die Ursache für allen Streit wie internationale Kriege, Familienzwist und selbst Kämpfe zwischen Insekten bildet. Fehlte diese Eigenliebe, gäbe es keine dieser Probleme. Eine Person, die nur an sich selbst denkt, ist wie ein Mensch, dessen ganzer Körper mit Wunden überdeckt ist. Wohin dieser Mensch auch geht, was er auch tut, seine Wunden werden ihm immer Unbehagen bereiten. In gleicher Weise werden wir nie zufrieden sein, solange unser Bewusstsein von Eigenliebe beherrscht wird, denn selbst in angenehmen Lagen wird ein rastloses Verlangen nach etwas Weiterem alle dauerhafte Freude und Ruhe von unserem Leben fernhalten.

Die Abhilfe

Wird dagegen Eigenliebe verringert, schwindet die Kraft von Hass und Verlangen, und in dem Maß, in dem diese Faktoren vermindert werden, nehmen unsere Liebe zu den andern, unsere Zufriedenheit und Erfüllung zu. Aber wo können die Mittel gefunden werden, die so eine Veränderung des Bewusstseins erlauben? Sie können in den Unterweisungen des Buddha gefunden werden. So sind die vom Buddha gezeigten Wege für alle, die ernstlich Glück suchen, ob Buddhisten oder Nicht-Buddhisten, äußerst wertvoll, und deshalb sollte der Buddhismus als ein Mittel zum Überwinden geistigen Leids und zum Erwirken des eigenen Wohlergehens und dem der andern verstanden werden.

Das Ergebnis

Wir alle wissen, wie sehr wir es schätzen, von andern gut behandelt zu werden. Daraus sollte erkannt werden, dass es die andern ebenso schätzen, von uns gut behandelt zu werden. Wenn Liebe zu den andern stark wird, verschwinden Eigenliebe, Hass und Verlangen. Man erfährt Ruhe und Glück, und die andern werden ebenso erfreut. Aller Streit zwischen Menschen, selbst Konflikte ganzer Länder, werden gelöst, sobald Eigenliebe durch Liebe zu den andern ersetzt wird. Deshalb ist Liebe zu den andern der Ursprung allen persönlichen und allgemeinen Wohlergehens sowohl in weltlichen als auch religiösen Belangen. Dies zu erreichen ist der Kern der Ausübung des Buddhismus. Die großartigste Weise, andern zu nützen, ist jedoch, ihnen die Möglichkeit zu geben, ihr Bewusstsein von Eigenliebe zu befreien und Liebe zu den andern zu entwickeln. Um die Fähigkeit dafür zu erlangen, sind Studium und Ausübung des Buddhismus sehr hilfreich.
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