Gesche Rabten Rinpotsche

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Gesche Rabten Rinpotsche

„Seit ich ein kleines Kind war, traf ich Mönche in ihren bräunlich-roten Gewändern. Manche von ihnen hatten an den großen klösterlichen Universitäten bei Lhasa studiert. Ich bewunderte sie alle sehr. Manchmal besuchte ich das Kloster in unserer Gegend, und wenn ich die Mönche debattieren sah, erfüllte es mich mit großer Bewunderung. Mit etwa fünfzehn Jahren wurde mir deutlich, wie einfach, rein und wirksam ihr Leben war. Mein Dasein zu Hause war dagegen voll komplizierter Aufgaben, die nie ein Ende nahmen. Um ein qualifizierter Mönch im nahegelegenen Dargye-Kloster zu werden, mußte man zur Schulung seines Geistes mindestens drei bis vier Jahre an einer der drei Klosteruniversitäten in Lhasa verbringen. Mit dem Gedanken, ein Mönch im Dargye-Kloster zu werden, entschloß ich mich, auf eine dieser Klosteruniversitäten zu gehen. Ich hatte aber nicht den Wunsch, sehr gelehrt zu werden. Damals war ich etwa siebzehn."

Aus Gesche Rabtens Biographie, "Mönch aus Tibet", Edition Rabten

Mit achtzehn Jahren unternahm Gesche Rabten dann die dreimonatige Reise von seinem Geburtsort in der tibetischen Ostprovinz Kham nach Lhasa in Zentraltibet. Er wurde Mönch in der Klosteruniversität Sera. Bald wurden Lehrer und Mitschüler auf seine hervorragenden Eigenschaften aufmerksam. Die unglaublichen Strapazen, die er für intensive Studien und Meditationen auf sich nehmen konnte, brachten ihm den bewundernden Spitznamen Milarepa ein. Die Klarheit und Präzision seiner logischen Debatten führten zum Vergleich mit Dharmakirti, dem großen buddhistischen Logiker. Nachdem er etwa zwanzig Jahre studiert hatte, bestand er die Gesche-Prüfungen vor den Mönchen der drei großen Klöster. Es wurde ihm der Titel der obersten Stufe, Gesche Lharampa, zuerkannt, die höchste Ehre, die von den Prüfern und S.H. Dalai Lama verliehen wird.

1964 wurde Gesche Rabten ausgewählt, Seiner Heiligkeit Dalai Lama als philosophischer Assistent zu dienen, mit der Aufgabe, Seine Heiligkeit bei Unterweisungen der beiden Tutoren zu unterstützen und mit Seiner Heiligkeit philosophische Debatten zu führen.

1969 schickte S.H. Dalai Lama die ersten westlichen Schüler zu Gesche. 1975 richtete S.H. Dalai Lama die Bitte an Gesche, als Abt des tibetischen Klosters in Rikon in die Schweiz zu ziehen und Dharma zu unterrichten, wohl auch, um auf das Drängen der inzwischen sehr zahlreichen Schüler aus dem Westen einzugehen. Da Gesche sehr viele tibetische Schüler in den großen Klosteruniversitäten in Indien hatte und sein Wurzel-Meister Kyabdsche Tridschang Rinpotsche schon recht betagt war und Gesche keinerlei Interesse an Geld oder Bequemlichkeiten des Westens hatte, zog er es vor, in Indien zu bleiben. Erst als ihn sein Meister auf die besonders segensreiche Wirkung seines Unterrichts für Leute aus dem Westen aufmerksam machte und ihn ebenfalls bat, der Aufforderung nachzukommen, willigte Gesche ein.

Gesche war der erste tibetische buddhistische Meister, der im Westen die vollständige Vinaya-Tradition und das Studium der großen philosophischen Abhandlungen des Buddhismus eingeführt hat. So wurde Gesche zum Wegbereiter der vollständigen und umfassenden Anwendung der Unterweisungen des Buddha im Westen. Viele der heute im Westen bekannten Meister sind Gesches Schüler: Gonsar Rinpotsche, Sherpa Rinpotsche, Tomthog Rinpotsche, Zopa Rinpotsche, Lama Yeshe, Gesche Penpa, Gesche Tenzin Gonpo, Gesche Thubten Ngawang, Gesche Thubten Trinley und so weiter.

Wie kaum einem anderen war es Gesche Rinpotsche möglich, die Essenz der Gedanken des Buddha den Zuhörern nahezubringen. Gleich, ob Zuhörer aus dem Westen oder Osten, wer immer seinen Worten folgte, empfand, daß die Unklarheiten wichen und sich im eigenen Geist eine unbeschreibliche Klarheit und Ruhe entfaltete. Sein Beispiel ermutigte einen unwillkürlich zu einem aufrichtigen Verhalten. Was immer er erklärte, erzeugte im Schüler das Gefühl, eine Beschreibung der Vergangenheit, der Zukunft oder der innersten Geheimnisse zu hören, als lägen alle diese Dinge in Gesches Hand.

Gesche gründete das Zentrum für Höhere Tibetische Studien Rabten Choeling am Genfer See (ursprünglich Tharpa Choeling), das Tibetische Zentrum in Hamburg, Tashi Rabten auf dem Letzehof, Puntsog Rabten in München und Gephel Ling in Mailand.

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